Dr. Diktorus Angela Dorothea Merkel

Der Doktor sprach (medicus dixit). Aber wenn sie zum Volke spricht, klingt es so (achronologisch):

Wir versuchen jetzt, die Brücken zu bauen, aber wir wissen auch nicht, wohin wir die genau bauen. Also, das Ufer sehen wir ja auch nicht…

Merkel, wenn sie vom Ende her denkt. Das Ende ist aber ein Abgrund. Und wir hören sie nicht sprechen, sondern hören ihren Schrei, derweilen sie fällt. Sie fällt seit sechszehn Jahren. Das ist ein Weltrekord. Ein ganz anderer Weltrekord aber ist es, diesen Todesdoktor viereinmale zu wählen. Dieser Eintrag aber gilt dem Deutschen Volke. Glückwunsch!

Das sind jetzt noch drei, vier schwere Monate: März, April, Mai, Juni.

– Merkel, sie zählt auch im Frühling.

Der Winter wird schwer, vier lange, schwere Monate, aber er wird enden.

– Merkel, sie zählt im Winter.

Wir schaffen das.

– Merkel, als sie plante, das Zählen zu lieben. Im Prinzip zählte sie das Deutsche Volk an. Das aber hat nichts davon gemerkt. Und auch sonst nichts gemerkt. Für Merkel war das gut.

Wie man hört, weiß die Dora, wie man mit unseresgleichen spricht. Das ist keine Mißachtung, sondern eine strategische Annäherung. Die Königin kniet sich stets nieder, wo das Volke weilt, um von Angesicht zu Angesicht auf Augenhöhe zu sprechen. Ihr wißt nun, sehet, ich bin eine von euch. Darum wählt mich bloß. Denn sonst!

Wenn man diese magischen – also für die gemeine Population betörenden – Worte spricht, ist eine etwaige Kanzlerschaft (freilich u.v.m.) nicht auszuschließen. Niemand ist dafür geboren, aber diese Worte reichen. Klingt komisch, ist aber so. Die Deutschen jedenfalls lassen sich gerne –– uh, das wird zu hart… Ja, sie lassen sich halt.

Jean-Claude Juncker

Jean-Claude Juncker hat ein dunkles Credo: „Nichts sollte in der Öffentlichkeit geschehen. Wir sollten in der Euro-Gruppe im Geheimen diskutieren.“ Zum Wohle des Euros macht einer seiner obersten Hüter gern mal das Licht aus: „Die Dinge müssen geheim und im Dunkeln getan werden“, verriet der Chef der Euro-Gruppe über die Euro-Krise einem verblüfften Brüsseler Publikum unlängst bei einer Preisverleihung. Und scheute auch nicht vor dem Bekenntnis zurück: „Wenn es ernst wird, müssen wir lügen.“

Brüssel im April 2011 , Nein! Wir zahlen nicht (13.08.2014)

Jean-Claude Juncker ist ein pfiffiger Kopf. »Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert«, verrät der Premier des kleinen Luxemburg über die Tricks, zu denen er die Staats- und Regierungschefs der EU in der Europapolitik ermuntert. »Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«
So wurde bei der Einführung des Euro verfahren, als tatsächlich kaum jemand die Tragweite der ersten Beschlüsse 1991 zur Wirtschafts- und Währungsunion wahrnehmen mochte.

Die Brüsseler Republik (26.12.1999), Der Spiegel, von Dirk Koch

Es geht also alles mit rechten Dingen zu in der Politik. Nun bin ich beruhigt. Bei der nächsten Wahl mach ich also garantiert das richtige Kreuzchen. In der Kirche ist eines, jenes beruhigt geplagte Gemüter. Auf dem Friedhof ist eines, dieses verspricht Gläubigen Frieden. Und beim Wählen bekommt man beides: Beruhigung und Frieden. Denn unsere Politiker sind stets bereit, dem Volke zu dienen. Wenn man es glaubt. Aber wenn man es nicht glaubt, warum geht man dann wählen?

Darum ist Deutschland verloren. Die Politiker, die keine Angst vor dem Volke haben, erlauben sich alles. Sollte nicht jeden Tag ein Politiker ausgeweidet werden, so wünsche ich diesem Volke eine Pickelhaube Glück. Selten ist es, daß ein Politiker aus Überzeugung statt sich selbst seinem Volke dient. Meine rabiate Methode indes ist ursprünglicher und funktioniert immer. Sollte man auf dem Dorfanker mal wieder Exemplare aufknüpfen, gäbe es bald wieder redliche Verhältnisse. Kann ich nur empfehlen. Wird ja eh keiner machen. Wäre aber gut.

Schluß

Und gleich im Anschluß: warum man einige Menschen und Menschengruppen – besonders Deutsche – ganz besonders gut verarschen kann. Und warum sie dich dafür außerordentlich lieben, wenn du’s tust. Eine Freude, dieses Land. Eine Freude, diese Menschen. Diese Attraktionen, diese ziehen mich ganz besonders an. Eine Freude, dieses Leben, diese Mitmenschen. Alles macht mich froh. Denn so doof bin ja nur ich nur. Die anderen sind einfach mies. Ich, die Frohnatur. Ich und die anderen, das wäre eine schöne Überschrift. Moment…