🔗 Unverständlich und spanisch



tags: spanisches, Gedicht

An einer Fassade stand eines Tages urplötzlich ein spanisches Gedicht. Wie es da hinkam, ist einerlei, wichtig doch ist es, wo es hinkommt. In den Orkus bitte. Wenn ich dieses Machwerk nur sehe… Denn es ist durch und durch bedrohlich, da alte Tage in den Zeilen zu uns aufschauen, schüchtern… und sexistisch. Die Epoche der Romantik ist uns vorübergegangen, aber Spanisch wird aberweilen gesprochen. Man setzt sich doch gerne mal die Übersetzung sanft ins Hirn:

Alleen
Alleen und Blumen

Blumen
Blumen und Frauen

Alleen
Alleen und Frauen

Alleen und Blumen und Frauen und
ein Bewunderer
— Eugen Gomringer

Eines will ich ganz deutlich sagen: solche Gedichte brauchen wir nicht. Wir nicht. Denn wir haben “Gendertrouble”, wie hier1 berichtet wird. Und uns geht es doch prächtig ohneso! Wer das Gedicht braucht, der solle, der soll mal, der — mhh, jetzt hab ich’s — der soll sich doch belehren lassen. Denn der Schmierfink, der soetwas schrieb, der ist heute nun, der ist heute, also nun, da kommt es — ach, ach, ja — der ist ein ganz armer Men — — auch nur ein Mensch.

Als ich schon dachte, nun ist die Welt in Gänze verloren, schrieb ein Weibchen fraulichen Geschlechtes (keine Diskriminierung der anderen 99 Luftballons Geschlechter bitte) eine Erwiderung in der Kommentarspalte des Tagesspiegelartikels1, so, daß ich sie auch im Herzen recht verstand. Ein Kleinod, das erhalten werden muß:

Spanisch
Unverständlich und spanisch

Bedrohlich
Insgesamt auch bedrohlich

Unverständlich bedrohlich
Insgesamt nicht so schön

Für mich spanisch
— Bettina V.

Auf eine wundervolle Weise bringt es mich jedes mal zum Lachen, auch wenn es nicht von einer Wand lacht. Im Grunde ist damit alles gesagt. Aber das will nicht gelingen. Heute mir nicht.

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