28.09.2014-13.11.2014

Oh, Fliegelein mu├čest gehen, du,
ohne mir zu verstehen, wie’s geschehen.

Wie’s geschehen:

Ein Fliegelein angeflogen kam,
und nahm mich zusehends mit,
ich schlug mich letztlich wacker,
als ich auf ihrem Stupschen – sitz.


Ein Ritt, ein kleiner, Ho!
ihr Stupschen gehet zur Hand,
kommt auch mir gelegen, daso
das Reisen will empfehlen,
doch was ich nicht verstand,
die kleinen Fl├╝gel blo├č,
woll’n sich nimmer regen
weil sind nicht zugegen!
Dacht ich R├╝pel nun,
ein Grund daf├╝r ist wegen,
weil guter Grund mu├čt geben,
wie ewiggut sie zu mir war,
der Apfel vom Acker, nein, vom Baume,
roch bitter schon und lieblich lag dar,
und ich kam ungelegen in Leib und Leben,
ich R├╝pel, also ich bin undankbar.

Ich bin ein Flegelein,
fl├╝gellos und immerfein.
Ertappte sich das Fliegelein,
Fliegen mu├č nicht immer sein?
Oder fliegt das Fliegelein,
heimlich mit mir mit?
Und fliegt das Fliegelein
in meinem blinden Fleck?
Oder ist gar dieses Fleckelein,
blo├č ein bi├čchen Dreck?

Mein Fliegelein sehr artig nun.
He! Es r├╝hrhert sich ja gar nicht mehr.
Oh, Fliegelein, du! Wie kannst du nur?
Sie kann ja gar nicht mehr.
Zu hart war ich, doch wollte nur,
die Fliege wissen, da├č Epikur,
auch ein guter K├╝nstler war,
nahm das Buche in die Hand
und warf’s zur Wand. –
Es flog wie sie
und traf sie nie.

Ein Fliegelein, bald verstoben,
nahm mich zusehends mit,
ich schlug sie letztlich wacker,
als w├Ąr’s ein richtger Tritt.

Und auch das Immerfein,
ein kleiner s├╝├čer Fleck,
das Fliegelein am Flegelein,
tut, als w├Ąr es weg.

Ich wei├č nicht mehr ich selbst zu sein,
bin ich’s oder bin ich’s nicht?
Das Fliegelein ist auferkeimt,
in meinem ganzen St├╝ck!

Eine Zierde, solch ein Fleck,
auf dem guten Flegelr├╝cken.
Kann’s nicht verschwinden,
dacht ich R├╝pel fast,
doch dann fiel mir ein,
ein solcher Fleck mu├č sein,
ein Fleck am richt’gen Orte, dort
soll auch mein Herze sein.

Auch jetzt noch ist es immerfein,
und ich bin Mensch, bin Flegelein,
kann nicht fliegen, soll nicht sein.
Heut summ ich f├╝r das Fliegelein,
und der Flegel spricht,
morgen zeugt davon der Menschen
ganze heilig Schrift,
trefflich Worte fein,
heda, merket auf,
da├č auch ein Fliegelein, so klein,
die ganze Welt betrifft. – –

Es hat sich genau so zugetragen,
wie es das Schauspiel erlaubt,
das Worte just eingefangen,
und so es schallet, schleudert hinaus.

Nicht alles ist wirklich wahr,
somanches ist wahrlich erdacht,
wir w├╝nschen dem erwirkten Zauber,
werd Wirklichkeit, beschw├Âre Pracht!

Und auch der laun’ge Leser,
will morgen belustigt sein,
Sehest du eine Fruchtfliege,
sollst lustig schauen drein,
und lassen das Wesen allein,
all’ ruhet und nicket sich ein,
weil man’s jetzt glaubt,
hilfreich, edel und gut
so soll mein St├╝ck sein.