2005-2013

Rost.
Der Zerfall.
Hienieden im Freien, wo ein Regen sinkt, klare, dichte NĂ€sse zwischen aufgeweichtem, tanzenden Boden, und triefender Wolkendecke.

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2014-2015

An alle FĂŒhrer dieser Welt:
ihr habet euere Sklaven.
Nun, wohl ihr euch gesichtet,
wohlgenÀhrt, seyd unterrichtet:
nicht daz Erbarmen ist es, dasz
daz Schweigen ist ganz ausgerichtet.
Es sind die Sklaven, die sich erbarm’
und wohlgesichtet duldsam dien’,
obwohl all’ ihr ihn’ nicht habhaft seyd,
gehet es auch wehrlos und wohlgesittet vonstatten,
dasz viele euch dienhaft seyn,
daz aber ist die Sensation
und mein erheblicher Zweifel an der Welt.

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2005

Der Umriß meines Selbst, haarig und mir fern, reicht von abstrakten Zehen, die ich nicht spĂŒre, nicht vermag, unspĂŒrbar jeder Augenblick!, zu abstrakten Armen, die sich nicht regen, nicht mehr regen; der starre Wille dazu ist nicht mĂ€chtig genug, und die Maschine nicht willens; das Werk der Lungen arbeitet ungeteilt der Absicht der Krankheit, meinen Schmerz zu erheitern durch die grĂ¶ĂŸte Nichtigkeit: Stille – weder fĂŒhle ich meinen Brustkorb sich heben, noch mein Herz… mit sanftem Schlage vibrieren – öffne ich meine Augen, so vernehme ich neben meinem elendigen Begleiter, der SchwĂ€rze, aufhellendes Licht, Lichtreize, und noch verzerrter als im Stillen, mit mir… und dem Schmerz – er verdrĂ€ngt meine Sinne, Zehen, Lungen, das Herz, und meinen Verstand, durch und durch bin ich erfĂŒllt… mit ihm, und fĂŒhle mich gar nicht… wunderbar – die grĂ¶ĂŸte Nichtigkeit nahm den Platz ein, den das Leben sich vorher zu teilen vermochte – es wurde verdrĂ€ngt, “VerdrĂ€ngt”, stöhne ich, und merke Boden, den Boden in meinen Augen, um mein Lid gar bis zum Naseneingang hin, feuchter Boden, der sich ins Auge begab und dem Blindheit unzufrieden ummehr nun Atemschwere! – um immer meine Niedrigkeit hervorzuheben – wunderlich, fĂŒhle ich nichts, aber der Boden!, mir nĂ€her als ich selbst! – eine Nacht, oder zwei, was mag denn vergangen sein? – ich weine, TrĂ€nen, die fließen – hart ist er mir unter, so flau scheine ich mich zu fĂŒhlen, so flau, daß ich die Erde als harte Last empfinde, mit der Gewalt in meinen Sinnen, Elend, nenne es da meinen Halt, als daß ein harter Untergrund mich beschweren könne! – ach, sogar im Ohr scheine ich Boden zu haben, als wĂ€re er nicht nah genug, so als ich mich in ihm vergraben mĂŒĂŸte, dichtumschlungen wie ein Vater schĂŒtzend, ein trockenÂŽ Grab, in Ursubstanz, nur tief, und das Rieseln mich in Schlafe wiegend; – nunmehr in meinen Haarspitzen gar ein Dreck, der Haare sich verknoten lĂ€ĂŸt!, was, wie beschwerlich noch das KĂ€mmen? – tatarata… zurĂŒckgeholt, lĂ€ngst zurĂŒck, hierda ich bin, fĂŒrwahr, hierda! – um mich, nicht Leere, eine VerĂ€nderung ich zu spĂŒren fĂ€hig, eine pulsierende Vibration auf meiner Haut, mein Schmerz, den ich halte, so um ihn daeinst zu töten bedacht noch halte, eine jĂ€he Regung, unmehr eine, zwei,… zehn – ich zĂ€hle mit und alsgleich stocke – ich stocke, als mich etwas schroff umschlingt und tastet, schleift, mitschleift, wo auch das Ziel sei, Unkenntnis dessen ist bekannterweise modern und andernfalls reaktionĂ€r – hiermit ist sich anzufreunden, zufrieden zu stellen, wieso sich wehren, wenn keine Not, Glaube und Angst nur – denn nie Not!… und Macht, ob seicht und schwitzend, dahinsiechend, gebrochen, verkommen und nieder, zermĂŒrbt; zerschmettert, zerklĂŒftet in FlĂŒssigkeit wie eines unedlen Metzes bearbeiteter Fels, aus dem das rote Leben gedrungen, da ER ein anonymer VerrĂ€ter der Kunst, innewohnendes Übel, und sich alsbald er zu schwĂ€rzen begann, hiermit die Farbe des GlĂŒckes sich zeigte, sie sich nieder sammelnd, der Ort des Ursprunges der Qual, aus dem und der alles entstand,… eines Unmenschens, der aus gierender Langweile sich mit der Unendlichkeit der Endlichkeiten zu verewigen gesinnt war, nachdem ER den Tod erschuf zum Vergeben eines Sinnes sich selbst, und seine SĂŒnde die Meine nannte, um sich von seiner Last entgiltig zu befreien fĂ€hig, denn wie die Schöpfung selbst ein Ebenbild, so des Menschens unablĂ€ssige Nachkommen, und verdammt, ER!, der Qual zu Leben, muß ER gut sich seiner Taten quĂ€len, ist nicht zu vergeben, nicht der Taten, die ER zu befĂ€higen gewĂ€hrt mit schwacher Hand, die nieder donnert: junge Risse im Stein, jeder wie ER, sich selbst ĂŒberlassen – Keine Not, denn nie… Macht, Hoffnung und GlĂŒck nur, und, schwach, immer schwach, denn nie Macht, denn Leben! – alsbesser wohl wĂ€re es, Verdienst auszustellen, nach mir, gerechten Verdienst, der sie mir gleichstellen wird,… oder erst unter mir!, unter mir mĂŒĂŸte dann viel sein, wĂ€re ich mĂ€chtig genug – aber: wieso sich wehren, als die begleitende Hand zu erscheinen gewagt zu glauben wurde und sie nicht, nicht! erschien, wenn Not nur, denn Not immer unterlag und verborgen wurde, tief es zwanghaft jeden Blicken zu verneinen gesinnt war, zu tief, sodaß daeinst das gemeiner Vorstellungskraft GlĂŒck die Not nieder stĂŒrmend drĂ€ngte, bis der Grund gespalten und jene TrĂŒmmer das GlĂŒck zu bĂ€ndigen suchen, er verstaubt rissig durch die Gewalt der Not, die sich wachen Augen nur in AnsĂ€tzen erkenntlich zu zeigen fĂ€hig und des Tarnens freudig, wie auch sie innewohnend in jedem, wieso sich wehren, wenn Glaube nur, denn Glaube nie hat Berge versetzt, geschweige mit mĂ€chtiger Hand Felsspalten aufgedeckt, wenn Angst nur, denn Angst als hĂ€tte ich Not, wieso sich wehren, wenn Not?… – meine Arme schleifen, ohne meinen Befehlen, sich am Untergrund festzukrallen, zu folgen, Arme und Körper streifen an Hartem, wohl Gesteine, vorbei, die mich zuweilen auch stöhnen lassen, oh Schmerz, erheitere mich, gebe ich mich dir hin, erheitere mich, denn ich mich gebe dir hin – was gĂ€be ich nicht! …fĂŒr ein Augenlicht, ein helles, daß mich erleuchtet, was mit mir geschieht! – Helle, die mich NĂ€he spĂŒren lĂ€ĂŸt wie auch Licht und jedwede WĂ€rme, welches die Stille zur Besinnung nach den Sinnen erheitert. –

Und aufgewacht, nicht Nacht, allein? und helles Licht, mein Licht, Augenlicht, Licht im Auge – so stehe ich, fĂŒhle meine Arme am Bauch, meine GefĂŒhle, nehme sie, taste und fasse, gehe in mich, fasse, greife fest an meinen Bauch, fasse, drĂŒcke und gehe hinein… GedĂ€rm… in meiner Seele – GedĂ€rm! – Meter fĂŒr Meter, lange ich, Ursprung erklimmet!,– wie erquickend die NĂ€he! Elendig!, greife ich in mich, finde mich, selbst mich, selbst ich finde mich wie kein anderer; tief greifende, unertrĂ€gliche, schmerzende NĂ€he; ungleich bevor unnah – wie gerne ich meinen Darm, der da wie eine Nabelschnur sich entferntet zum besudelten Boden, an den ich gebunden bin, und mein schreiendes Blut mit geschlossenen HĂ€nden zurĂŒckfĂŒhren, tauschen wĂŒrde gegen das VerdrĂ€ngte, gegen das verdrĂ€ngte Ich! – so reiße ich fortwĂ€hrend, tief innerlichst bewußt mein Innerstes, um die Schwere zu beseitigen, entdrei – zaudern, der Schmerz! – unabdingbar mein Wille. –

Offen die Augen, die ich geöffnet habe, weit offen, und grell vernehme ich neben mir Elendigem die Erinnerung, den verblieben Schuldner, helles, aberjauchzendes Licht, einladend und immerzu lockend – gleißend, und ich Schatten, selbst Schatten, allerorts fehl, Reize von Licht, und noch verzerrter als im Stillen, mit mir…und der Abtreibung aus dem wobenden Krater der Wahrheit – sie verdrĂ€ngt meine Sinne, meine Zehen, meine Lungen, das Herz und meinen Verstand, durch und durch bin ich erfĂŒllt, mit ihr, und fĂŒhle mich gar nicht… wunderbar – die grĂ¶ĂŸte Nichtigkeit ergriff ihr Heil in mir, das Leben wurde verdrĂ€ngt – verdrĂ€ngt!, “VerdrĂ€ngt”, stöhne ich, flach atmend, und merke meine Hand in den meinen DĂ€rmen, geflĂŒchtet um wĂ€rmendes Fleisch wie einst gebĂŒrtig genossen, Heimat, ja das ist Heimat!, und Feuchtes in den Augen – Kot, der sich ins Auge begab – um immer Niedrigkeit beachten zu lassen – wunderlich, fĂŒhle ich nichts – aber er! – ein böser Traum, oder zwei, wie viele mögenÂŽs denn sein?, daß ein Alptraum alleine! diesem nicht zu gleichen vermag, in Nichts!; – Ein erlebender Körper, geronnen, das Blut, die TrĂ€nen im Boden, und Blut in, an und unter mir, TrĂ€nen wohl geborgen wie ich einst mir vorzustellen pflegte, wie als ich ein Samen wĂ€rÂŽ, der sie erwarte um zu keimen, nicht abzutreiben; zertrĂŒmmert fĂŒhle ich mich, so elendig zertrĂŒmmert, daß ich die Wahrheit als Last empfinde, als daß ich mich jetzt noch quĂ€len könnte! – eine Vibration spĂŒre ich, zwei,… zehn – ich zĂ€hle mit – ich stocke, streift etwas denn mich? – ich stocke, als mich etwas schroff bekehrt, zumindest den Ansatz der Erniedrigung, Zuwendung einer alten Liebe, merke ich auf, geronnenes Vertrauen, streift, abstreift meine Seele, wo auch das Ziel sei, Unkenntnis dessen ist bekannterweise modern und andernfalls reaktionĂ€r – wie geschieht mir hier elendig! – mein Körper streift an harter Luft vorbei, als wĂ€re jedwede Last gewichen, und da!: der tiefschwarze Rabe greift und greift, lĂ€ngst hat er sich satt gefressen, pickt nunmehr nicht mehr, viel mehr sitzt er unzufrieden und erhaben vor mir auf meinem Darm, der da uns mehrlagig und vielschichtig verbindet so ich sehe, lang vor mir, HĂ€ufchen zu Dreck – blutender Darm, und Kot! – ach, ein Thron fĂŒr seinesgleichen, Blut am kurzen, wurmlangen Schnabel, wohl spitz, leicht offen und begierig lĂŒstern, und Fleischesfetzen im herrlichen schwarzen, facettenreichen Gefieder – nahm er doch nur, was er gab – er sitzt, unbeirrt seelenruhig, totengleich, als wĂ€re ich! unzufrieden, ich! unzufrieden mit dem Augenlicht, ein helles, das da mich hat erleuchtet! – Helle, die mich NĂ€he spĂŒren ließe wie auch Licht! – kein Wort, auch nicht meines – karge Weite um mich, Stille und Starre, nebeneinander ich der VerhĂ€rmte, er und ich, ehemals, und so verbleiben wir. –

Und nah bin ich ihm, wer war ich, wenn ich von NĂ€he sprach – was war NĂ€he denn, fĂŒhlte ich doch nicht(s) – gewonnene Gewißheit ist nicht ĂŒber, sondern unter Augenhöhe… – Ha!, ergreifen hĂ€ttÂŽ ichÂŽs sollen, hoch streben und werfen das UngetĂŒm nieder mir herfort, weiten bis zum Fall im schleudernden Fluge bis zum Tode desselben… – bis Maden auf Knochen treffen und sengende Hitze erstarren lĂ€ĂŸt – unterwegs im tiefen Fall der Ewigkeit bis zur Unkenntlichkeit der Zeit… oder ich am herrlichen Gefieder ersticke; nein – vergelten, rĂŒckwirkend vergelten, kann ich es nicht – ich bin des Fliegens nicht mĂ€chtig. –

(01.2005-10.2005, 05-06.2006)


2007-2014

aus winzig spalt erdmassner sohl
aus einem enge loche hohl
brach mein leib und trug sich fort
fern verschwand er
doch ich blieb dort.

wie jĂ€h hĂŒgel wie forst sich finden
gleichwie flÀchen das land erringen
inmitten der fernsten verdichtungen
von allerkleinstem leben

hellung strich getuschter streif
kolben grÀser pinsel stiele
erzÀhlen einverleibten ausruf
wo unerhörte einigkeit

flĂŒsternd am weiher schweben
im pulse des weihers beben
der reichen taue rinnsĂ€le trĂŒbe
so zaghaft formen sich fort

und nebel klingt an
der fenster gestaltend
alles ist verwirklichung
hier in der wirklichkeit.

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2006

Zu mir sang das Leben,
wohl wissend um seine Grausamkeit,
gleichsam in mir erstarrten alle Greuel,
blickte ich zu ihr mit Feuer,
und wenn es auch mir war Leid,
als die Sonne sich mir nÀherte,
da sang das Leben vor sich hin,
verlor sich kurz in tiefem Atem,
das ist die Heiterkeit!,
wohl wissend um ihre Grausamkeit,
schenkte sie nur ein Leidensblick,
als sie fiel mir zu FĂŒĂŸen,
und verschwand

Erstellungsdatum
Jan. 2006

Unterwegs

im tiefen Fall
der Ewigkeit
bis zur Unkenntlichkeit
der Zeit

Erstellungsdatum
07.2005